Am 12.September war es exakt 40 Jahre her, dass in der wunderschönen äh… na sagen wir Stadt Innsbruck ein Parteitag statt fand, ein Parteitag einer überalteten Zwergerlpartei von Ewiggestrigen, deren Parteichef Norbert Steger aus irgendeinem Grund glaubte, es sei eine liberale Partei. Diese Partei war gerade Teil einer Regierung mit der SPÖ (damals noch eine Massenpartei, deren größtes Problem war, dass sie nicht mehr über 50% der Stimmen bekam) und dabei so erfolgreich, dass die Zwergerlpartei drauf und dran war, sich endgültig ins politische Jenseits zu befördern. Diese Partei hieß FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) und zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alt. Sie war 1956 von handfesten Nazis gegründet worden, damit die ehemaligen NSDAP-Mitglieder nicht traurig sind, dass sie nicht mehr die halbe Welt mit ihrer wunderbaren Ideologie beglücken konnten. Da vegitierte sie 30 Jahre als Altnazipartei dahin bis eben Steger glaubte, eigentlich sei das eine liberale Partei. Und dann kam der 12.September 1986.
Da tauchte dann ein junger fescher Kerl auf, der auch aus einer Nazifamilie stammte, aber doch etwas klüger war, als nur zu jammern damals war alles besser. Und dieser fesche Kerl, des Namens Jörg Haider, brachte sich jetzt als jung-dynamischer Politiker in Stellung, stürzte Steger, sprengte die Regierung und wurde zum Begründer des modernen Rechtspopulismus. Damals dachte noch jeder: „Na ja die Ösis, ein kleines zurückgebliebenes Bergvolk, die brauchen halt ihre völkischen Helden von anno dazumal.“ Was sich niemand gedacht hätte, dass wir uns mittlerweile weltweit mit dergleichen Gestalten herumschlagen dürfen… mit gutem Geld aus Moskau und denselben stumpfen Parolen. Und dann muss man ja sagen, der Haider hat ja eine gewisse rhetorische Brillanz besessen und war alles in allem nicht unsympathisch. Dass dem viele Leute glauben wollten, kann man irgendwie nachvollziehen. Mittlerweile reichen aber in dieser Partei Gestalten wie Heinz Christian Strache, dessen Intelligenz die Zähne nicht übersteigen, an denen er herumgebastelt hat, oder Herbert Kickl, bei dem man schon sehr harte Drogen nehmen muss, damit einem in Zusammenhang mit dem, das Wort sympathisch einfällt.
Steger hat den Schock übrigens nie ganz verwunden, er leidet unter einer Art Stockholm-Syndrom und glaubt heute noch die FPÖ sei eine liberale Partei. Haider dagegen führte die Partei zu Ruhm und Glanz. ie FPÖ wurde wieder national, nur dass Haider es auch schaffte sie erfolgreich zu machen, indem er sich als jugendlicher Rebell gebärdete, der den Arbeitern bessere Löhne versprach, den Unternehmern ihre Ruhe von einem überblähten Sozialstaat, allen das Ende der Zwangsmitgliedschaft in allen Kammern und überhaupt der Meinung war, die Ausländer seien an allem schuld. Mit diesen Parolen wurde Haider, Landeshauptmann von Kärnten und die FPÖ im Jahre 1999 mit 26,05% und 52 Mandaten zweitstärkste Kraft, womit sie dann auch 2000 in die erste schwarzblaue Regierung eintrat. Dort bewies sie ihre absolute Regierungsunfähigkeit, indem sich die blauen Minister bereicherten wo es nur ging. Korruption und unsoziale Gesetze waren die glänzende Errungenschaft dieser Regierung. Danach verlor die FPÖ einige Wahlen und zerstritt sich innerlich derart heftig, dass sie sich 2005 in FPÖ und BZÖ spaltete. Das BZÖ und Haider blieben in der Regierung und die FPÖ ging unter Heinz Christian Strache wieder in die Opposition. Dort spielte sie wieder mal die große Antikorruptionspartei, die auf der Seite der anständigen Österreicher und der Innländer und des kleinen Mannes ist. Und es fanden sich genug, die ihr das glaubten auch noch. Haider hätte möglicherweise auch das BZÖ wieder zu Ruhm und Glanz geführt, kam aber bei einem Unfall ums Leben und das BZÖ ohne Jörg Haider war ein wenig wie ein Pornofilm ohne Sexszenen. Die FPÖ aber schaffte es unter Strache, einem sehr billigen in China hergestellten Haiderimitat nochmal aufzusteigen und wurde später nochmal Regierungspartei… Und – man glaubt es kaum – nach 2 Jahren stellte sich heraus, da sind laute korrupte Menschen drin, die völlig regierungsunfähig sind. Nur dass diesmal Strache selbst beim korrupt sein wollen (wirklich gemacht hat er ja nix, weil… scheinbar kann er nicht mal das) erwischt wurde. Wieder wurde die Regierung gesprengt, Strache gründete eine neue Partei (ein Muster scheinbar) und die FPÖ verschwand für kurze Zeit von der Bildfläche. Die überragenden Fähigkeiten aller anderen Parteien führte allerdings dazu, dass mittlerweile sogar ein Herbert Kickl als sympathischer und charismatischer Politiker empfunden wird. Nicht nur das, ist die FPÖ erstmals auf Platz 1 in Österreich und rundherum in den anderen Ländern sind ähnliche Gestalten auf dem Weg an die Spitze… Wahrhaft goldene Zeiten kommen auf uns zu. Ich kann Herbert Kickl nur all das wünschen, was er mit Österreich machen will… das gilt sicher wieder als gewaltbereiter Linksextremismus.
Und begonnen hat alles am 12.9.1986.
