BETRACHTUNGEN




Heute mal ein paar Ernste Worte. Ich möchte diese Plattform für kleine Gedichte, Kurzgeschichten und Satiren verwenden und da ich mit Herzblut und Hingabe Komiker bin ist Unterhaltung auch hier das was überwiegen soll. Dennoch beschäftigt mich manchmal auch durchaus ernstes.

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Ich bin politischer Satiriker, das bedeutet, dass ich zwangsläufig mich mit Politikern auseinandersetze und dabei öfter auch deren Schwächen und Fehler ins Visier nehme. Die Ereignisse diese Woche haben mich allerdings daran wieder erinnert, dass es sich dabei eben um Menschen handelt. Und so sehr Spott und Kritik ein Werkzeug ist, das ich verwende und das ich dementsprechend auch im politischen Diskurs durchaus in Ordnung finde, so sehr finde ich, das hört eben da auf, wo man Menschen zum Freiwild erklärt. Wenn man einen Menschen, egal wie sehr der vorher selber daneben gehaut hat, so lange drangsaliert bis dieser zusammenbricht, heult, krank wird oder schlimmeres, dann gibt es dafür einen Fachbegriff, man nennt das Mobbing. Und es ist egal ob derjenige das seltsame Kind von nebenan, der Ausländer, der Generaldirektor oder der Herr Vizekanzler ist. Ich hab das erste Mal über diesen Unterschied zwischen berechtigten Spott (den man aushalten muss – ich nehme mich da nicht aus) und einem unmenschlichen Draufdreschen nachgedacht, als ich 2004 im zarten Alter von 19 erstmals ein kabarettistisches Programm gemacht habe und dabei eine Parodie des damaligen Bundespräsidenten Klestil gemacht habe. Ich glaube sie war nicht menschenverachtend, aber sie hat ihn als ziemlichen Dodel dargestellt und wie so etwas bei ihm ankommen würde war mir ehrlich gesagt ziemlich wurscht. Dabei hatte er sich politisch oder persönlich zu dieser Zeit nichts zu schulde kommen lassen, er hat einfach nur für die Nummer gut funktioniert. Ihm wird es egal gewesen sein, da haben etwa 30 Leute zugesehen und er hat es nicht mitbekommen. Aber darum geht es nicht. Worum es geht ist, dass er 2 Wochen später gestorben ist. Und ich ziemlich erschüttert war, weil es sich eben doch um einen Menschen handelte. Und nun hätte ich die Parodie nicht machen sollen? Doch, eben genau diese, so böse war sie nicht, aber es hätte mir nicht scheißegal sein dürfen wie so was ankommt. Denn sonst kommt das raus, was gerade mit Andreas Babler passiert. Ich bin wahrlich kein Fan von ihm, sowohl mein linker als auch mein konservativer Anteil findet hundert Gründe ihn zu kritisieren und der innere Satiriker lässt es an Spott nicht mangeln. Aber Babler ist ein Mensch und was ich so weiß, durchaus ein integerer Mensch. Und wenn er es nicht wäre, wäre das kein Grund seine Familie in den Dreck zu ziehen. Ich habe Bablers Ansprache gesehen, nach dieser wirklich ekelhaften Kampagne und der Anblick ist mir nahe gegangen. Und was hat er denn getan? Nichts. Sein Vater ist Schmerzpatient und hat eine Operation gekriegt. Und das einzige was hier zu sagen wäre, ist „Alles Gute“, wenn man dazu unbedingt sein Maul aufreißen muss. Ihm zu unterstellen er hätte da interveniert ist ekelhaft, widerlich und menschenverachtend. Dass der Boulevard und die FPÖ da aufspringen wundert eh niemanden, aber dass sich auch die Kleine Zeitung dafür hergibt, ist schon besonders heftig. Und der Standard? Vielleicht hören wir endlich auf, dieses Blatt als irgendwie besser als die Krone zu erachten. Wenn man eine Kronenzeitung für linksliberale Obergscheite will, dann… halt. Ich sollte jetzt vielleicht nicht in den selben Ton verfallen, den ich gerade kritisiere. Der Punkt ist, kritisieren wir uns, verspoten wir uns, aber bitte wenn jemand am Boden liegt, haut man nicht noch drauf. Gilt im übrigen auch für den Herren Kickl, wenn es ihn betreffen sollte, aber meistens ist der nur immer dabei wenn es ums Draufhauen geht. Aber auch darum geht es jetzt nicht. Ich will nur eigentlich dafür plädieren uns wieder in allen Dingen menschlicher zu begegnen.

WIE UNSERE PARTEIEN WEIHNACHTEN FEIERN

Österreich ist ein katholisches Land, insofern spielt auch Weihnachten bei uns eine große Rolle und wird von allen gefeiert, auch von denen die nicht ans Christkind glauben. Diese Tradition hat unser Land bereits massiv geprägt und mitgestaltet. Vieles könnte man hier zum Thema Weihnachten schreiben, aber dieser Artikel widmet sich doch speziell der politischen Herangehensweise an dieses Fest, wir nehmen dafür die wichtigsten Parteien aus dem Parlamentarischen und außerparlamentarischen Spektrum und betrachten deren Zugang zu Weihnachten:

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NATIONALRATSWAHLEN 2024

Es stehen wieder einmal Nationalratswahlen an und da kommen auf den mündigen Staatsbürger schwere Entscheidungen zu…. Gut wegen den beiden die das betrifft braucht man jetzt nicht extra was schreiben, aber es dürfen ja alle anderen auch wählen gehen, also hier eine kleine Erklärung zu den Parteien und ihren Spitzenkandidatinnen und Kandidaten.

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Von Löwen und Wölfen

Ich spiele am Donnerstag 21.9. 2023 um 19;30 wieder einmal Von Löwen und Wölfen mein Soloprogramm im Theater am Alsergrund.

Im Gegensatz zu allgemeinen Behauptungen können Hunde und Katzen durchaus Freunde sein. Warum sind dann so wenig Menschen dazu in der Lage? Eine sehr ernste Frage, die leider nicht beantwortet wird, denn das Programm heißt ja „Von Löwen und Wölfen“ und nicht „Wie deppert sind Menschen?“

Im Mittelpunkt steht diesmal die Tierwelt, denn wenn eine Hündin namens Lena und ein  Kater namens Franz Josef in das Haus eines Kabarettisten einziehen, dann geht es bald rund. Wie bringt man beide Tiere, ein Leben als Künstler und die allgemeine politische Lage unter einen Hut? Ein Programm voller Witz und Biss über Katzen, Hunde und Politiker – ja ich wollte auch unbeliebteren Viechern eine Chance geben.

GERECHTIGKEIT FÜR HC STRACHE

Jetzt ist also Strache zu fünfzehn Monaten verurteilt worden – gut nur bedingt und rechtskräftig ist das Urteil ja auch noch nicht, aber dieser gewisse Gedanke drängt sich doch auf: „Dass ich das noch erleben darf. Ein Politiker ist korrupt und muss dann tatsächlich in Hefen – also theoretisch weil bedingt und dann wird er ja sicher berufen… aber theoretisch ist er jetzt verurteilt. Und eigentlich ist das ziemlich flott gegangen.“

Ja genau, erstaunlich flott. Sollte unsere Justiz jetzt tatsächlich zu arbeiten begonnen haben, oder ist der Strache einfach echt nur schon wieder zur falschen Zeit am falschen Ort? So eine Art Bauernopfer. Ehrlich, der Mann kann einem mittlerweile leidtun, denn egal was er macht, es geht ihm schief… Wenn er als Jugendlicher ein wenig Paintball mit Neonazigrößen spielt, taucht es später in allen Zeitungen auf, gut er hat sich dabei fotografieren lassen, aber bei wem gibt es keine peinlichen Jugendfotos… gut vielleicht nicht mit Neonazis, aber hey, Jugendtorheiten. Aber gehen wir weiter, Strache will Haiders treuer Gefolgsmann werden, der interessiert sich kein bisschen für den kleinen Zahntechniker, er wird FPÖ-Chef und muss doch das machen, was ihm der Kickl sagt, er macht einen  auf Korruptionsbekämpfer und keiner glaubt es ihm wirklich. Dann möchte er selber ein wenig Korruption machen, sich eine hübsche Oligarchin anlächeln, ein bisschen Österreich verscherbeln, ist es eine Falle… und das Schlimme das hat er sogar noch geahnt, aber sein Bauchgefühl wurde ihm ausgeredet. Na ja und dann bricht sein schöner Traum der erfolgreichste Vizekanzler aller Zeiten zu werden deshalb zusammen. Und er ist dann auch noch der einzige bei dem eine Bestechung und Amtsbeeinflussung wirklich Folgen hat. Ich meine ehrlich, die ganze türkise Riege hat doch vermutlich jetzt schon mehr dreckige Geschäfte am Laufen, als sich der H.C. auch nur vorstellen kann. Das weiß ich natürlich nicht, das ist nur ein böser Verdacht, aber es käme mir plausibel vor, aber der Strache wird bestraft. Was wieder meine These unterstützt, Korruption macht man im schönen Maturantenanzug und nicht im Ruderleiberl. Leider hat das der Strache nicht verstanden, aber wenn ich unsere Justiz richtig kenne, kommt er vermutlich eh glimpflich davon. Also wirklich in den Knast geht der nicht.

BEST OF BEN TURECEK 2010-20

Ausschnitte aus den Kabarettprogrammen „Hölle“, „Die Verjuxte Apokalypse“, „Normal!?“ und „Cafe Freudenhaus“

Text und Darsteller: Ben Turecek

Musik: Matthias Semeliker
Tobias Nessweda (Supermarktsong)

Gitarre: Matthias Semeliker

In Ausschnitten: Claudia Sadlo
Harald Pomper
Karol Sibielak

Zugabe: „Erst wann’s aus wird sein“ von Franz Prager und Hans Frankowski