1996 – Killing me softly




Ich habe mir unlängst das Jahr 1986 vorgenommen, ich möchte nun einen Blick auf das Jahr 1996 werfen. 30 Jahre her, ist es das 2. Jahr der letzten hundert Jahre, das ich bereits erlebt habe, denn ich bin in diesem Jahr 10 Jahre alt geworden.

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Politische Großereignisse waren mir noch recht wurscht. Obwohl ich mich bereits in meiner antifaschistischen Gesinnung geübt habe, in dem ich Schneebälle auf Plakate von Jörg Haider geschossen habe. Da ich aber nie der perfekte Schütze war, hab ich ihn selten getroffen. Auch sonst hat es seinen steilen Aufstieg nicht mehr bremsen können. Zum Beispiel beteiligte sich Österreich erstmals an einer Wahl für das Europaparlament. Und die FPÖ schaffte es beinahe an die Stimmenanzahl der SPÖ heranzukommen und damit verfehlte sie nur knapp den 2. Platz. (Von Platz 1 war sie damals natürlich noch sehr weit entfernt, aber es reichte damals um einen Schock auszulösen). Gewonnen hat damals überraschend die ÖVP, was in den 90ern in etwa die Qualität hatte, wie wenn heute die SPÖ Wahlen gewinnt. Damit begann die steile Karriere von Ursula Stenzel als Politikerin. Die war vorher eine durchaus fähige Moderatorin gewesen, wurde aber durch die Politik Stück für Stück zu einer tragikomischen Figur, die sich selbst nur mehr in Alkohol konservieren konnte. Damals begann der Abstieg von einer seriösen eloquenten Mediendame hin zu einer Figur, die sogar den Freiheitlichen peinlich ist.

Damals waren noch Franz Vranitzky und Wolfgang Schüssel an der Regierung für SPÖ und ÖVP, wo man sich heute etwas ähnliches wirklich wünschen würde. Und um die in die Ecke zu treiben, brauchte es wenigstens noch einen charismatischen Entertainer wie Jörg Haider und nicht einfach einen Giftzwerg, der eigentlich weder besonders sympathisch noch rhetorisch talentiert ist, bei dem es aber immer noch reicht weil ÖVP und SPÖ nichts mehr entgegen zu stellen haben. Die Wienwahl in dem Jahr ging ähnlich aus, die SPÖ verlor ihre absolute Mandatsmerheit und die FPÖ (damals mit Gestalten wie Hilmar Kabas und Helene Partik-Pable) erreichte ihr bis dahin bestes Wienergebnis. Michael Häupl (der ewige Bürgermeister von Wien) musste damals eine Koalition mit der ÖVP eingehen. Dass die ÖVP wieder an einer Regierung in Wien beteiligt sein würde, hätten bis dahin auch nur Leute geglaubt, die mit sehr illegalen Drogen experimentierten. 1996 gab es aber nicht nur bei uns Wahlen, sondern auch in Russland und in den USA. In Russland waren Wahlen, so wie wir sie kennen jetzt noch nicht so lange üblich und daher war es auch eine kleine Sensation ein Rennen um die Präsidentschaft zu erleben, an dem sich verschiedenste Kandidaten aus allen möglichen politischen Richtungen beteiligten von ganz rechts bis ganz links. Favoriten waren ein in Vodka konservierter Mann, der sich große Verdienste beim Demokratisieren aber auch beim Verscherbeln der Sowjetunion gemacht hatte und daher Präsident war, mit Namen Boris Jelzin und ein Mann der wollte dass die Sowjetunion wieder so existierte, wie sie zu Breschnews Zeiten gewesen war, der Chef der Russischen Kommunisten Gennadi Sjuganow (fun fact der Typ ist noch immer Parteichef dieser geriatrischen Truppe, die mit Lenins Bolschewiki ungefähr so viel zu tun hat, wie Österreich mit der internationalen Seefahrt). Der Westen war etwas erschrocken, denn da es den Russen richtig beschissen ging (aber wann in ihrer Geschichte war das eigentlich nicht so?) dachten viele daran ernsthaft den Kummerer zu wählen. Dank finanzieller Unterstützung seitens der USA konnte Jezin dann doch die Wahlen gewinnen und das haben uns die Russen bis heute nicht vergessen. So kommt es, dass auch sie hin und wieder gerne einem geeigneten Kandidaten eine finanzielle Spritze zukommen lassen. Das sind dann meistens irgendwelche verhaltensauffälligen Typen aus dem ziemlich weit rechten Lager.

Auch in den USA wurde gewählt, der strahlende Präsident Bill Clinton, beliebt bei Volk und Praktikantin, trat gegen den nicht ganz so strahlenden Bob Dole und den sehr verhaltensauffälligen Ross Perrot an (heute wäre jemand wie der ein tatsächlich aussichtsreicher Kandidat – siehe Trump) und gewann souverän, um sich weitere vier Jahre von Monica Lewinsky…. einen Akt vermerken zu lassen.

Die Spanier wieder bekamen nach 14 Jahren erstmals wieder einen konservativen Premier, was insofern erstaunlich war, als man in dieser Zeit gaubte, die Sozialdemokraten würden nun die Welt erobern (wenn man das heute liest, glaubt man echt ich hab zu viel inhaliert – im Gegensatz zum US-Präsidenten). Übrigens apropos konservativ, Frankreich wurde damals von Jacques Chirac geführt, auch der eine Persönlichkeit besonderen Charmes. Der hat doch gleich mal ein paar Atomtests gestartet, die er aber vor 30 Jahren dann brav wieder einstellte. Es war nicht alles schlecht. Apropos der größte musikalische Hit dieses Jahres war „Killing me softly“, ich finde das beschreibt den Zustand der Welt seit damals eh ganz gut.

GOETHE




Goethe hatte Geburtstag. Am Freitag den 28.8. ist er dieses Jahr wäre er 177 Jahre alt geworden. Das ist dann doch schon ein stattliches Alter. Er selber wurde allerdings schon im zarten Alter von 82 von uns gerissen. Verglichen mit dem Alter, das sein Faust erreicht hat, ist das verdammt jung, allerdings für einen Dichter des 19. Jahrhunderts ist das schon ein recht beachtliches Alter.

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Bis dahin schuf er einiges an Werken, Gedichte, Romane, Theaterstücke. Er war aber auch in der bildenden Kunst tätig, betätigte sich als Kunstsammler, Forscher, Wissenschaftler und Politiker. Man denke sich das heute einmal, ein Minister, der den Faust schreibt… oder wenigstens die Leiden des jungen Werther. Die schaffen heute höchstens dass man das tut, was Werther am Ende des Romans tut… man will sich nach einer halben Legislaturperiode erschießen. Ich persönlich hatte mit Goethe so meine durchwachsene Zeit. Früher mochte ich Schiller immer lieber. Und den Werther nehm ich ihm irgendwie übel. Vielleicht hab ich mich in meiner Jugend aber auch etwas zu sehr mit dem depressiven Typen, der sich inbrünstig in die Falsche verliebt und deswegen sterben will, identifiziert. So genau wollte ich glaub ich mich selber nicht kennen lernen. Um so mehr hab ich den Faust geliebt. Und das muss man sagen, an den Faust kommt irgendwie nichts von Schiller heran. Dieses Werk begleitet mich jetzt schon lange und es hat es auch immer wieder in meine Soloprogramme geschafft, ob es Gusenbauer in seinem Studierzimmer war, dem Haider als Erdgeist erschien, oder Gusenbauer, der mit Schüssel einen faustischen Pakt schloss, oder Mephisto, der im Himmel Werbung für Bier macht (übrigens regional angepasst, in Deutschland, Schweiz und Österreich). Ich hoffe Goethe verzeiht mir diese profane Verwendung seiner Literatur. Aber ich glaube Sinn für Humor hatte er, auch wenn seine Versuche lustig zu sein oft sehr… deutsch sind. Ich war jetzt auch schon mehrfach in Weimar und wenn du für Goethe eine weiche Empfindung aufbringst, dort verliebst du dich. Im Anschluss möchte ich ein Gedicht von ihm da lassen, dass mir auch immer viel bedeutet hat, den Prometheus:

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn
Und meine Hütte,
die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn als euch, Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus noch ein,
Kehrt ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber war
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir wider
der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht alle Knabenmorgen
Blütenträume reiften?

Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, zu weinen,
Zu genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

WIE UNSERE PARTEIEN WEIHNACHTEN FEIERN

Österreich ist ein katholisches Land, insofern spielt auch Weihnachten bei uns eine große Rolle und wird von allen gefeiert, auch von denen die nicht ans Christkind glauben. Diese Tradition hat unser Land bereits massiv geprägt und mitgestaltet. Vieles könnte man hier zum Thema Weihnachten schreiben, aber dieser Artikel widmet sich doch speziell der politischen Herangehensweise an dieses Fest, wir nehmen dafür die wichtigsten Parteien aus dem Parlamentarischen und außerparlamentarischen Spektrum und betrachten deren Zugang zu Weihnachten:

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NATIONALRATSWAHLEN 2024

Es stehen wieder einmal Nationalratswahlen an und da kommen auf den mündigen Staatsbürger schwere Entscheidungen zu…. Gut wegen den beiden die das betrifft braucht man jetzt nicht extra was schreiben, aber es dürfen ja alle anderen auch wählen gehen, also hier eine kleine Erklärung zu den Parteien und ihren Spitzenkandidatinnen und Kandidaten.

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